Excel ist in vielen Unternehmen nach wie vor das Rückgrat der Lead-Verwaltung, obwohl allen Beteiligten bewusst ist, dass es sich dabei weniger um ein System als vielmehr um eine Übergangslösung handelt, die sich über Jahre hinweg verselbstständigt hat.
Was ursprünglich als einfache Liste begann, entwickelt sich mit wachsendem Vertrieb, mehr Zielgruppen, zusätzlichen Märkten und steigenden Anforderungen schnell zu einem komplexen Geflecht aus Versionen, Reitern, Spalten, Kommentaren und individuellen Logiken, die oft nur noch von den Personen verstanden werden, die sie ursprünglich aufgebaut haben.
In der Praxis bedeutet das, dass Leads manuell recherchiert, in Excel übertragen, dort angereichert, kopiert, gefiltert, weitergereicht und erneut bearbeitet werden, wobei jede Übergabe ein potenzieller Fehlerpunkt ist und jede manuelle Ergänzung das Risiko von Inkonsistenzen erhöht.
Besonders problematisch wird dieser Ansatz, wenn mehrere Teams parallel mit denselben Daten arbeiten, etwa Vertrieb, Marketing und Business Development, da Excel keinerlei native Mechanismen für saubere Versionierung, Zugriffslogiken oder automatisierte Aktualisierung bietet, was zwangsläufig dazu führt, dass mit veralteten oder widersprüchlichen Informationen gearbeitet wird.
Ein weiterer, häufig unterschätzter Aspekt ist der enorme Zeitaufwand, der entsteht, um Excel-Listen überhaupt „vertriebsfähig“ zu halten, denn jedes neue Kriterium, sei es Unternehmensgröße, Standort, Ansprechpartner, technischer Reifegrad oder Marktaktivität erfordert neue Spalten, neue Pflegeprozesse und neue manuelle Prüfungen.
Was dabei selten sichtbar gemacht wird, ist die Tatsache, dass Excel keine Daten generiert, sondern lediglich vorhandene Informationen speichert, wodurch der eigentliche Rechercheaufwand vollständig außerhalb des Tools stattfindet, meist verteilt über Webseiten, Plattformen, Datenbanken und Suchmaschinen.
Das führt dazu, dass hochqualifizierte Mitarbeiter einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit damit verbringen, Informationen zu suchen, zu übertragen und zu strukturieren, anstatt diese Zeit in Analyse, Priorisierung oder Gespräche mit potenziellen Kunden zu investieren.
Hinzu kommt, dass Excel keinerlei Kontext versteht, denn es kann zwar Werte darstellen, aber keine Beziehungen erkennen, keine Muster ableiten und keine Prioritäten setzen, sodass die eigentliche Entscheidung, welche Leads relevant sind und welche nicht, weiterhin rein manuell erfolgen muss.
In wachsenden Organisationen wird Excel dadurch nicht nur ineffizient, sondern strategisch gefährlich, weil Entscheidungen auf Datensätzen beruhen, deren Aktualität, Vollständigkeit und Vergleichbarkeit nicht mehr verlässlich gewährleistet sind.